Das nassgefilzte Portrait zeigt Eleonore Lemp, die Gründerin des MädchenInternats Reinhardswaldschule. Sie war Reformpädagogin und wollte ihr Leben lang als „Fräulein Lemp“ angesprochen werden.

Zunächst eröffnete und leitete Eleonore Lemp eine Schule in Berlin Lichterfelde-West, auf dem Grundstück des jetzigen Goethe Gymnasiums. Das Startkapital, eine Villa in Berlin-Dahlem, bekam sie von einem jüdischen Kaufmann aus Berlin geschenkt, der von ihrer ReformPädagogik begeistert war und diese förderte.

In den 1920er Jahren zog Fräulein Lemp in den Reinhardtswald bei Kassel und hatte das Internat für höhere Töchter mit allen Immobilien in ihrem persönlichen Eigentum. „Über Tante Lore wurde gesagt, sie wäre so geschäftstüchtig, dass sie 2 Bankdirektoren „in die Tasche stecken“ würde, man solle sich in Acht nehmen!“
Sie führte die Schule bis zum Krieg und gab jungen Frauen Ausbildung und Erziehung. Nach dem großen Angriff auf Kassel, mit Sprengung des geheimen Munitionslagers in nächster Nähe durch Luftminen, waren etliche Gebäude der wunderschönen Anlage zerstört und es fehlten die Mittel, die Schule wiederaufzubauen. Außerdem gab es zum Kriegsende kaum Schülerinnen mit den Möglichkeiten, ein teures Internat zu besuchen.

Eleonore Lemp veröffentlichte und hinterließ einige reformpädagogische Schriften.

Ich denke, dieser riesige Baum stand schon dort, als sie an der Reinhardswaldschule wirkte…

GemeinschaftsAusstellung – BILDUNG – des BBK im Garten der Reinhardswaldschule (Hessische Lehrkräfteakademie), vom 21.9.2019 bis 3.11.2019

Filzportrait  (in Zusammenarbeit mit der rennomierten Filzkünstlerin Sandra Struck-Gehrmann), Stofffigurinen, bestickte Stofffetzen

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